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Angelika Tazreiter - Foto: Regina Stanger

Angelika Tazreiter - Foto: Regina Stanger

Selbst ein Platten konnte Angelika Tazreiters zweiten Etappensieg bei Crocodile Trophy nicht verhindern

Eine Klasse für sich ist die in Kärnten lebende Angelika Tazreiter bei der 25. Austragung der Crocodile Trophy. Die 32-Jährige entschied auch die zweite Etappe, die über 76 Kilometer rund um Start- und Zielort Ringers Rest führte, für sich. Bei den Männern siegte der Niederländer Bart Classens, in der Gesamtwertung führt weiterhin der Lokalmatador Michael England. Der Oberösterreicher Lukas Kaufmann platzierte sich erneut als Tagessechster und liegt nach einem Viertel des achttägigen Etappenrennens auf Rang sieben im Klassement.

„Gestern war der Jetlag noch hart, heute lief es von der Muskulatur schon viel besser“, berichtete Tazreiter über die Strapazen der ersten beiden Tage in Australien. Eine Dreiviertelstunde hinter Classens, der die mit 1.900 Höhenmeter gespickte Etappe mit einem Schnitt von fast 24 km/h absolvierte, erreichte sie die Ziellinie mit einem platten Reifen. „Man gewöhnt sich schnell an die Hitze und die Landschaft ist extrem interessant, vor allem der Regenwald. Sowas kennt man von den europäischen Rennen halt gar nicht“, erzählte die aktuelle Marathon-Staatsmeisterin über ihre ersten Eindrücke von ihrer Premiere Down Under.

Vor allem die gemeinsame Zeit mit den anderen Athleten in der Zeltstadt gefällt der Österreicherin, die zuletzt bei den Straßenweltmeisterschaften in Yorkshire am Start stand. „Es wirkt sehr entschleunigend und beruhigt richtig. Die Crocodile Trophy ist deutlich stressfreier, denn da man nicht immer weiß was einem auf den Etappen erwartet, hat man weniger Druck als bei anderen Rennen. Es kommt so wie es kommt und man kümmert sich selbst um die eigenen Probleme“, erzählte Tazreiter, die ihren Reifenschaden selbst behob.

„Auch in den nächsten Tagen werde ich mich an den Männern orientieren und versuchen, so lange es geht, vorne dran zu bleiben. Diese Taktik ist in den letzten beiden Tagen auch gut aufgegangen“, berichtete die Croc-Debütantin. Ein zufriedenes Resümee konnte auch Lukas Kaufmann ziehen. Der 25-jährige Oberösterreicher wurde erneut Etappensechster auf der bergigen Schleife rund um Ringers Rest.

„Das Ergebnis zu erreichen war aber schwieriger als gestern, da ich in einer Gruppe ankam und so um den sechsten Platz sprinten musste“, erzählte Kaufmann, der mit den etwas kühleren Temperaturen am zweiten Tag besser zurechtkam. Denn zum Auftakt warteten fast 40 Grad auf die Fahrer: „Auf den offenen Straßen war es aber wieder richtig heiß, aber in den Waldabschnitten war es fast angenehm zu fahren“.

Fahrer aus der gesamten Welt treffen sich im Oktober jährlich bei der Crocodile Trophy im Westen Australiens und bestreiten dieses Mountainbike-Abenteuer. Das Feld ist bunt gemischt von internationalen Spitzenfahrern bis hin zu den Amateuren. „Es ist schwer einzuschätzen vor dem Start, wie gut die anderen Fahrer sind. Einige kennt man von den Rennen in Europa, andere aber gar nicht. Ich bin bislang sehr zufrieden, konnte mein Bestes abrufen und es macht einen Riesenspaß hier teilzunehmen“, erzählte Kaufmann weiter.

Für den Oberösterreicher Martin Wisata reichte es diesmal sogar zum Podium in der Altersklasse 3 der Amateurmänner. Vor 15 Jahren wanderte er nach Australien aus und bestreitet seine 10. Trophy in diesem Jahr: „Ich konnte nicht so viel trainieren heuer, habe aber mit den bisherigen neun Teilnahmen eine gute Basis an Erfahrung für dieses Rennen. Ein Podium bei der Crocodile Trophy ist ein Riesending für mich als Amateurfahrer und es ist schön, dass ich dies schon am zweiten Tag erreicht habe.“ Beste Amateurfahrerin wurde erneut die Weinviertlerin Monika Bayer.

Zum 25. Mal wird die Crocodile Trophy, veranstaltet vom Steirer Gerhard Schönbacher, in Australien ausgetragen. Acht Etappen führen die Mountainbike-Abenteurer von Cairns in das gebirgige Hinterland, durch dschungelähnliche Abschnitte sowie in das Outback am fünften Kontinent, ehe das Rennen am Strand von Port Douglas zu Ende geht. Knapp 700 Kilometer und 13.000 Höhenmeter gilt es in den acht Tagen zu absolvieren.

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